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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 22. Dezember 2009 |
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Prüfungen bestanden – doch weiter offen für Neues sein
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An der Eduard-Breuninger-Schule legten angehende Kaufleute im Einzelhandel, Industrie- sowie Bürokaufleute die Prüfung zum schulischen Teil ihrer Ausbildung ab.
Sie wurden von Oberstudienrat Johannes Hermann mit den Hinweis verabschiedet, dass auf sie eine berufliche Zukunft warte, die sich ständig verändere und der sie sich mit Neugierde
und Lernbereitschaft stellen sollten.
Dass die Prüflinge lernwillig waren, haben sie bereits bewiesen: es konnten insgesamt 10 Belobigungen, bei den Industriekaufleuten gar 7 Preise für hervorragende Leistungen vergeben werden.
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Folgende Bürokaufleute erhielten eine Belobigung:
Christian Eisenmann (Kübler Sport, Backnang), Jonas Frank (Fachklinik Wilhelmsheim, Oppenweiler), Elisabeth Willer (Bay Logistik, Waiblingen).
Kaufleute im Einzelhandel:
Stefania Farci (toom Baumarkt, Backnang).
Industriekaufleute:
Sören Benninger (Schweizer & Weichand, Murrhardt), Denise Dreher (Harro Höfliger, Allmersbach i.T.), Benjamin Fritscher (Lorch Schweißtechnik, Auenwald), Alexandros Masmanidis (AEG Electric Tools, Winnenden), Carina Mayer (Alfred Kärcher, Winnenden), Johannes Wacker (KW automotive, Fichtenberg)
Folgende Industriekaufleute erhielten einen Preis:
Jordanis Avramidis (Murrhardter Pelzveredelung Franke, Murrhardt), Philipp Baumtrog (H.P. Kaysser, Leutenbach), Falco Czoll (Soehnle Professional, Backnang), Juliano Delgado (Telschig Verfahrenstechnik, Murrhardt), Marina Fuchs (Schweizer & Weichand, Murrhardt), Lukas Grün (Häusermann Logistik, Sulzbach/Murr), Sandra Kroll (Alfred Kärcher, Winnenden).
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 19. Dezember 2009 |
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Schüler engagieren sich für Nepalesen
Veranstaltung im beruflichen Schulzentrum zugunsten des Hilfevereins
mit Tempeltänzen und Vortrag
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BACKNANG. Im beruflichen Schulzentrum fand eine Veranstaltung über Nepal statt. Neben traditionellen indischen Tänzen wurde den Besuchern in der Aula der Schule eine Diaschau mit beeindruckenden Bildern gezeigt. Veranstalter war der Verein des beruflichen Schulzentrums „Schüler helfen Nepal“.
Gerade in der Weihnachtszeit ist es wichtig, auch an andere zu denken. Und genau das ist das Stichwort für die Lehrer und Schüler, die Mitglieder des Vereins sind: an andere zu denken und anderen zu helfen. Knapp 400 Euro wurden durch den Verkauf diverser Gegenstände und den Erlös des Abends zugunsten des Vereins eingenommen, der sich schon seit mehreren Jahren für die Menschen im Fernen Osten freiwillig engagiert. „Ziel ist es nicht nur, den Leuten in Nepal zu helfen, sondern auch den Jugendlichen freiwillige, soziale Kompetenz zu vermitteln“, so Karl Kutasi, Lehrer am beruflichen Schulzentrum in Backnang.
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Von Kristina Baketaric |
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Brachte dem Publikum ein Stück der Kultur näher: Kunstlehrerin Zita Kästle als Tempeltänzerin. Foto: K. Baketaric |
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Kunstlehrerin Zita Kästle führte zu Beginn traditionelle indische Tempeltänze vor, und bezauberte vor allem durch ausdrucksstarke Körperhaltung und schillernde Farben ihrer Tracht. Auch erklärte sie den Zuschauern genau die Bedeutung der einzelnen Handbewegungen – Mudras – und brachte ihnen somit die indische Kultur ein Stück weit näher. Sie sei damals schon während der Studienzeit durch ihre Nachbarn, die bengalische Musiker waren, zum Tanzen gekommen, und behielt diese Leidenschaft schon seit gut zwanzig Jahren bei. Des Weiteren hielt Dr. Richard Storkenmaier, Mitglied der Deutschen Nepalischen Hilfsgemeinschaft, einen Vortrag über die Hilfsorganisation und erklärte, wie wichtig es sei, immer wieder auch kleinere, hilfsbereite Förderer zu finden.
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Die DNH verfügt über 250000 Euro an Spendengeldern und fördert rund 35 Projekte im Schul-, Sozial- und Krankenhausbereich.
Doch besonders liege ihm das Projekt zur Unterstützung obdachloser Mädchen in Nepal am Herzen.
Hauptziel des Projekts: Wiedereingliederung der Mädchen in die Gesellschaft.
Auch zeigte Storkenmaier faszinierende Bilder seiner Reise von Nepal über den Himalaja nach Tibet zum Kailash, dem höchsten heiligen Berg der Buddhisten.
Den berühmten, aber auch gefährlichen Pilgerweg habe er mit seiner Frau und einer Reisegruppe größtenteils zu Fuß zurückgelegt.
„Es war atemberaubend“, schwärmte Storkenmaier, „wir sind in die Einsamkeit der Bergwelt und Kulturlandschaft eingetaucht“. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und schlechtem Wetter stand einer aufregenden Reise nichts mehr im Wege. „Da war der Regen während der ersten Woche schnell vergessen.“
Doch seiner Meinung nach darf man nicht vergessen, dass „die Bevölkerung dort sehr arm ist und überhaupt keine touristische Infrastruktur verfügt“. Um so wichtiger und schöner vor allem, dass es Jugendliche wie die Mitglieder des Vereins Schüler helfen Nepal gibt, die sich für ein besseres Leben ihrer Mitmenschen einsetzen.
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 10. November 2009 |
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Dichten leicht gemacht – Schüler publizieren Texte und diskutieren darüber An der Eduard-Breuninger-Schule haben Schüler die Möglichkeit,
in der sogenannten „Schreibwerkstatt“ literarisch produktiv sein zu können.
Geleitet wird die Arbeitsgemeinschaft von Hellmut Seiler, selbst ein bekannter Schriftsteller
und zugleich Lehrer an der Schule.
Ziel ist es, durch den spielerischen Umgang mit der Sprache Originalität und Selbstbewusstsein zu fördern.
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Ein Gedicht aus elf Wörtern?
Es muss sich nicht reimen, aber die Versanzahl und mitunter auch die Wortanzahl pro Zeile ist festgelegt!
Jeder kann eigentlich ein Gedicht erstellen – Schreiben leicht gemacht.
Nunmehr 3 Jahre ist es her, als Schüler aus dem Wirtschaftsgymnasium die Idee hatten, Spaß und Freude an der eigenen Kreativität zu entdecken und durch Sprachspiele jenes schöpferische Potenzial freizusetzen, das im Schulalltag zu kurz kommt.
Dass ein richtiger Schriftsteller schreibwütigen Schülern hierbei unter die Arme greift, ist ein Glücksfall.
Und es kommt in der Schülerschaft gut an:
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Die Arbeitsgemeinschaft ist inzwischen zu einer festen Institution an der Schule gereift. Seit dem Start erfreut sich das Projekt zunehmender Beliebtheit, stets finden sich auch in den neuen Schülerjahrgängen schreibwillige Interessenten, die sich erproben wollen.
Unter vielfältigsten Aufgabenstellungen reifen Texte heran, die zur Diskussion anregen und auch in der Gruppe besprochen werden. Hierbei steht der Grundsatz voran, dass es einen spielerischen Umgang mit Literatur geben soll:
Märchen werden umgeschrieben, Textfragmente ergänzt, zielgerichtet auf ein vorgegebenes Ende hin erzählt.
Wenn hierbei literarische Formen aus der Romantik oder zum Beispiel der Schluss aus „Robinson Crusoe“ von Defoe Verwendung finden, könnte dies zudem ein Anreiz sein, sich mit Literatur über das Projekt hinaus zu beschäftigen.
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Es sei eine gute Übung, zu den ureigenen Regungen und ganz persönlichen Gedanken zu stehen, indem man sie für andere zugänglich mache, so Seiler.
Die Art der Texte reicht von einfacheren literarischen Formen wie dem Tagebucheintrag bis hin zu komplexeren Erzählungen und zu Gedichten. Hier gilt es zum Beispiel, „Reimlawinen“ zu bewältigen, in denen lediglich ein Satz vorgegeben ist, den es kollektiv zu einem Gedicht zu erweitern gilt.
Man arbeitet zusammen, muss sich einfühlen in die Gedankenwelt der anderen Mitschüler. Dass am Ende etwas Vorzeigbares dasteht, macht Mut auf weitere Experimente. Dies fördere auch den Zusammenhalt in der Gruppe und die Bereitschaft, an eine breitere Öffentlichkeit zu treten.
Eine Plattform, die Texte zu veröffentlichen, ist die Schulhomepage, aber auch der schulübergreifende literarische Wettbewerb.
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 28. Oktober 2009 |
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Lippenstift-Geliebte durchkreuzt Plan
Mit Kindern Geschichten erfinden: Katrin Stehle entführte die Besucher ins Reich der Fantasie
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Im Rahmen des Frederick-Tags im Beruflichen Schulzentrum fand auf Einladung der Bibliothek ein Werkstattgespräch mit der Kinder- und Jugendbuchautorin Katrin Stehle statt. Claudia Karidis, Referendarin an der Anna-Haag-Schule, berichtet davon.
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BACKNANG. Die passionierte Autorin und Geschichtenerfinderin wollte als Kind eigentlich Seiltänzerin werden und rund um die Welt Abenteuer erleben.
Sie ließ sich dann doch davon überzeugen, einen „richtigen“ Beruf zu erlernen und studierte in München Sozialpädagogik.
Ohne dabei doch jemals ihre eigentliche Passion – das Geschichtenerfinden – aus den Augen zu verlieren. Gleich für ihren ersten Jugendroman „Jule Windsbraut“ wurde sie 1989 mit dem Stipendium für Kinder-/Jugendliteratur der Stadt München ausgezeichnet. Nach mehreren weiteren Romanen arbeitet sie heute als freie Autorin und Geschichtenerfinderin.
Angehende Erzieher und Kinderpfleger der Anna-Haag-Schule und interessierte Zuhörer konnten von Katrin Stehles reichem Erfahrungsschatz profitieren. Ganz grundsätzlich wurde zunächst der Frage nachgegangen, wie Geschichten erfunden werden, nämlich aus Fantasie, Kreativität und Sprache. Was sich so einfach anhört, ist schwieriger als man denkt. Tenor: Leider verlieren Kinder ihre ursprüngliche Kreativität und ihren Ideenreichtum sehr schnell durch eine bewertende Erwachsenenwelt und eine Schullaufbahn, in der Fantasie und Kreativität zu wenig Wertschätzung erfährt.
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War im Rahmen des Frederick-Tages im Beruflichen Schulzentrum zu Gast:
Katrin Stehle. Foto: E. Layher |
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Schon im Grundschulalter, so Stehle, sei es für Kinder schwierig, eine Geschichte zu erfinden, weil statt freier Gedanken schon zu viele Blockaden im Kopf sind. Jüngere Kinder hingegen, deren Zugang zur Welt noch weniger „verkopft“ ist, die sich neugierig, offen, fragend und erforschend die Welt erobern, hätten ganz viel Potenzial und natürliches Vermögen, eigene Ideen fantasievoll zu Geschichten umzusetzen. Gerade Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen können Kinder in ihrer Kreativität fördern. Wie kann das aber gehen, wenn die eigene Kreativität schon längst verschüttet ist? Stehles Antwort: nicht nach einem bestimmten theoretischen Konzept, sondern eher praktisch. Die Ideen müssen sich entwickeln dürfen. Stehle sieht die Fantasie als Prozess des Ideensammelns und die Kreativität als Weg, aus diesen Ideen etwas zu machen.
Geht es um Geschichten, um Sprache, dann brauchen Ideen Platz, um ankommen zu können, um sich ausbreiten zu können. Sie dürfen auch angelockt werden, etwa durch Musik, die gleich bestimmte Stimmungen und Gedanken hervorbringt, oder durch Gerüche, die ebenfalls anregend sind. Sprache ist wie ein Fluss, wie Musik, sagt Katrin Stehle, und genau dieser sinnliche Zugang ist das Geheimnis der Geschichten. Der ganze Mensch muss angeregt und angesprochen werden, nicht nur der Kopf, der sich Worte ausdenken soll.
Kreative Zugänge schaffen einen guten Zugang zu den schlummernden Ideen, aus denen spannende, lustige und ungewöhnliche Geschichten werden können. Ganz schnell haben die anwesenden Schüler erfahren, wie sie selbst fast aus dem Nichts heraus tolle Geschichten erfinden können. Wenn zum Beispiel Gegenständen ein Charakter zugewiesen wir, können diese – in der Fantasie – zusammen unglaubliche Dinge erleben. Da wurde aus einem Schulmäppchen ein dunkler Verbrecher, der seine Schlüssel-Freundin zum Altar führen möchte. Das Glück könnte perfekt sein, wäre nicht im letzen Augenblick die Lippenstift-Geliebte aufgetaucht, die das gemeinsame Ring-Baby dabeihatte. Diese und andere Methoden führten die Schülerinnen ganz schnell in die Welt des Geschichtenerfindens hinein. Die Lust, dies auch gleich mit den Kindergartenkindern auszuprobieren, war spürbar. Ein guter Anfang für viele kleine kreative Köpfe in Backnang und Umgebung.
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 27. Oktober 2009 |
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Schiller lebt – und zwar in Backnang
Szenische Aufführung zum 250. Geburtstag des Dichterfürsten
Stuttgarter Ensemble unterhielt auf feine Art
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„Ich wollte schon immer Schiller spielen“: Stefan Österle bei der szenischen Aufführung im Beruflichen Schulzentrum.
Foto: E. Layher. Bericht von Kristina Baketaric. |
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BACKNANG. Der Verein der Freunde und Förderer der Gewerblichen Schule und die Bibliothek im beruflichen Schulzentrum in Backnang luden zu einer szenischen Aufführung zum 250. Geburtstag des schwäbischen Dichters Friedrich Schiller ein. Dass er uns auch heute noch mit seiner Literatur begeistern kann und uns immer wieder auch im Alltag begegnet, zeigte Stefan Österle, Schauspieler des Stuttgarter Ensembles „Dein Theater“, und unterhielt damit die Gäste des Abends unter dem Motto „Großer Mann, was tun“.
Schillerplatz, Schiller-Apotheke, Schillerschule - auch in Backnang ist der große Schiller heute noch gegenwärtig. Und genau diesen Kontrast zwischen deutscher Klassik und dem heutigen Lebensstil bekamen die Gäste zu sehen und zu hören. Die Aula des Schulzentrums wurde kurzerhand zu einem Theater verwandelt: Mit Elementen wie einer alten Holztür, einem Tisch samt verziertem Stuhl, einer Skulptur Schillers sowie musikalischen Einspielungen wurde eine Atmosphäre vermittelt, die dem Publikum eine Zeitreise ermöglichte. Den Gegensatz dazu bildeten kurze Bild- und Filmsequenzen mit der Aussage: Klassik und moderne Technik harmonieren auch heute noch gut miteinander.
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Durch szenische Darstellung der Biografie Schillers begeisterte Österle in der Rolle eines Backnanger Ich-Erzählers mit viel Charme und Humor und zeigte, „wie der Dichter überall noch in unserem Leben lebt“. Dass auch der Schauspieler Spaß an der Sache hatte, war deutlich zu spüren: „Ich wollte schon immer gern Schiller spielen“, erklärt der gebürtige Stuttgarter. „Für unser Theater ist es eine Herausforderung.“
Im zweiten Teil der Veranstaltung präsentierte Österle vier der bekanntesten Balladen Schillers: „Der Ring des Polykrates“, „Das verschleierte Bild zu Sais“, „Die Bürgschaft“ sowie „Das Lied von der Glocke“. Auf die Frage, wie lange Österle denn brauche, um eine Ballade auswendig zu lernen, lachte er: „Zwei Monate ungefähr. Die Glocke hab‘ ich aber schon vor 25 Jahren auswendig gelernt – zur Zeit meiner Schauspielausbildung“.
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Christiane Engelmann-Pink, Organisatorin und Bibliothekarin im beruflichen Schulzentrum, freute sich auch, dass die gleiche Veranstaltung, die am Vormittag bereits für Schüler im Rahmen des Frederick-Tags stattfand ebenso auf großes Interesse stieß: „Es haben fast 250 Schüler teilgenommen.“
Das Ensemble „Dein Theater“ spräche für gewöhnlich eine ältere Altersgruppe an, würde „aber auch gern öfter an Schulen spielen“. Ein Theater auf Bestellung, so nennen sie sich selbst und haben zwar ihre Festbühne „Wortkino“ in Stuttgart, touren aber auch gern durch Deutschland und vor allem quer durch Baden-Württemberg.
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 12. Oktober 2009 |
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Ex-Hauptschüler liebäugelt mit Jurastudium
Sebastian Merkle mauserte sich vom Problemschüler zum Notenchampion
Durchschnitt in den Hauptfächern: 1,0
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Ist kein Streber: Sebastian Merkle. Der Preisträger der IHK-Bezirkskammer ist aber der Beweis dafür, dass mit ein wenig Ehrgeiz, Willenskraft und Zielstrebigkeit einiges möglich ist.
Foto: E. Layher
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Der junge Preisträger der IHK-Bezirkskammer (wir berichteten) besucht nun seit September das Wirtschaftsgymnasium in der Eduard-Breuninger-Schule.
Sebastians noch kurzer Lebenslauf ist einerseits ein Beispiel für die Problematik des bestehenden dreigliedrigen Schulsystems und andererseits die Geschichte von einem, der noch das Beste draus machte.
Ganz normale Rechtschreibprobleme, weder die aus der Schublade Legasthenie, noch die mit dem Etikett LRS, bescherten ihm auf der Grundschule immer mal wieder einen Sechser im Diktat.
Und dieses, offenbar nur der Unreife zuzuschreibende, „Versagen“ verhagelte ihm die Aufnahme in die Realschule.
Aber – als hätte man ihn plötzlich mit sich selbst kompatibel gemacht – kaum besuchte Sebastian die Hauptschule, wuchs das Rechtschreibproblem sich scheinbar wie von alleine aus.
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Von Monika Degner
BACKNANG/ASPACH. Für Bestnoten im Hauptfach Chillen – jugendsprachlich für Faulenzen – wird kein Preis vergeben. Und zaubern wie Harry Potter konnte er auch nicht. Also setzte sich Sebastian Merkle einfach hin, wenn's nötig war, lernte und baute schließlich den besten Werkrealabschluss kreisweit.
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Sebastian wurde ein guter Schüler und entwickelte sich im Einklang mit seinen kognitiven Fähigkeiten und den Eigenschaften seiner Person. Zu letzteren gehört wohl in seinem Fall eine gute Portion Zielstrebigkeit und Willenskraft. Erzählt er seine Geschichte, wird schnell klar, dass er sich mit der Tatsache, Hauptschüler zu sein, bewusst konfrontierte, die gratis mitgelieferte „Looser-Rolle“ aber erst gar nicht annahm.
Sebastian, kurz vor dem Stichtag geboren, war bei der Einschulung vergleichsweise jung. Für seine Eltern war es daher auch keine Frage, dass er noch ein Jahr die Grund- und Hauptschule Großaspach besuchen sollte, um dann in einem zweiten Anlauf nach der fünften Klasse doch noch zur Realschule zu wechseln. Nach dem Ende dieses Jahrs auf der Hauptschule aber wusste Sebastian selbst, was er wollte: auf seiner Schule bleiben, einen vorzüglichen Hauptschulabschluss machen und anschließend die angegliederte Werkrealschule besuchen. Als er irgendwann einmal mit Jungs von anderen Schulen Fußball spielte, traf auch ihn die unserer Schulen-Hierarchie adäquate Abwertung. Er sei doch nur ein Hauptschüler, triumphierten Realos unter den Kickern. Aber Sebastian ließ sich nicht abstempeln, weiß heute noch, was er damals dachte. Dass er gute Noten habe und wahrscheinlich einmal einen besseren Abschluss hinlegen werde als die Kumpels von der Realschule.
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Und so war's auch. „Anfang der neunten Klasse habe ich überlegt, was ich in diesem Schuljahr erreichen will“, berichtet Sebastian. „Eine Eins vor dem Komma sollte es schon sein.“ Mittlerweile hat der zielstrebige Schüler bereits zwei Abschlüsse gemacht. Der letzte davon, der Abschluss der Mittleren Reifeprüfung auf der Werkrealschule der Aspacher Grund- und Hauptschule, endete mit einem Gesamtschnitt von 1,2. Der Schnitt in den Hauptfächern lag bei 1,0.
Aber Sebastian ist kein Streber. Der 16-Jährige, das spürt man, hat sich seinen Zielen nicht mit Haut und Haar verschrieben. Spricht er von der Schule, lächelt er verschmitzt. Den Ehrgeiz scheint er diskret irgendwo im Hinterstübchen aufzubewahren, vorderhand ist er ein ganz normaler Jugendlicher. Alles andere wäre natürlich auch uncool. Zuletzt hat sich Sebastian zum begeisterten BMX-Fahrer gemausert. Über der kurz vor der Einweihung stehenden BMX-Bahn in Großaspach dreht er sich mit dem Rad bereits um 360 Grad in der Luft. Bescheiden aber wehrt er ab: „Andere können noch viel mehr.“
Jawohl, man muss auch gönnen können. Die Lobeshymnen Erwachsener auf ihn reflektiert der 16-Jährige, so scheint es, ohnehin als wohlmeinend, aber real einfach übertrieben. Da wächst vielleicht ein Intellektueller heran und Sebastians aktuelle Zukunftswünsche, Jura oder Chemie zu studieren, sind vielleicht gar nicht so weit hergeholt. |
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 20. Oktober 2009 |
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Ihre Bühnenshows zeichnen sich durch minimalen Technikeinsatz aus:
Tobias Borke und Philip Scheibel. Bei ihren Auftritten ist alles improvisiert, Philip Scheibel beatboxt, dass die Zuschauer es nicht fassen können, und Borke rapt. Beide leben in Stuttgart.
Foto: pro |
Sprechgesang
und
Völker-verständigung
Hip-Hop-Kultur und Geschichte des Rap im Beruflichen Schulzentrum – Eine Veranstaltung zum Frederick-Tag an einem Werkstattgespräch mit Performance zum Thema „Hip-Hop-Kultur und Geschichte des Rap“ durften Schüler der Mittel- und Oberstufe im Rahmen der Veranstaltungen zum Frederick-Tag im Beruflichen Schulzentrum teilnehmen.
Eduard Schwab von der Eduard-Breuninger-Schule (Wirtschaftsgymnasium Klasse 13) schrieb darüber. |
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„Hip-Hop ist niveaulos, gewaltverherrlichend und macht die Jugend kaputt.“ Das ist das gängige Klischee, das in den Medien und in der Gesellschaft oft vertreten wird. Tobias Borke, der zu Gast im Beruflichen Schulzentrum zusammen mit dem Beatboxer Pheel alias Philip Scheibel war, räumte mit diesem und jenem Vorurteil gewaltig auf.
Tobias Borke ist kein Unbekannter. Geboren 1982 in Deutschland, kam er über seine Passion Rap und Freestyle schnell zum Poetry Slam, wo er sich im Jahr 2000 als aktives Mitglied der Szene etablierte. Er gehört unter anderem zu den Organisatoren des German International Poetry Slam und ist Gründungsmitglied des Vereins u20-Slam-Stuttgart.
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Tobias Borke war es wichtig, das Publikum einzubeziehen, und deshalb regte er gleich zu Beginn des Gesprächs eine Diskussion über den Deutschrap an, indem er in die Runde hineinfragte: „Wer von euch mag Bushido?“
„Das, was man heute auf MTV sieht, ist kein richtiger Rap mehr, eher konsumorientiert und kommerziell“, meinte Tobias Borke und erläuterte die Geschichte des Sprechgesangs, zeigte ab und zu ein paar Video-Clips und machte den Vortrag so anschaulicher. Es ist ihm wichtig, dass die Menschen wissen, dass Rap nicht „nur“ vom Leben im Ghetto geprägt wurde, sondern auch von Gruppen, die aus bürgerlichen Verhältnissen kamen, zum Beispiel die Sugarhill Gang.
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„Hip-Hop hat eben doch irgendwie was mit Völkerverständigung zu tun...“, meinte er.
Borke erklärte auch kurz die vier Grundelemente des Hip-Hop als Kulturform: Rap, das DJing, Breakdance und Graffiti. „Außerdem muss man das Handwerk beherrschen“, betonte er und zeigte auf, wie wichtig es ist, immer an der gleichen Stelle zu atmen oder wie schwierig es sei, beim „scratching“ die richtigen Handgriffe zu machen. |
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Der im Rahmen des Frederick-Tags von Diplom-Bibliothekarin Christiane Engelmann-Pink organisierte und vom Friedrich-Bödecker-Kreis unterstützte Workshop zum Thema ,,Hip-Hop-Kultur und Geschichte des Rap“ war kein gewöhnlicher Vortrag, wie die Zuschauer schnell feststellen konnten. Tobias Borke referierte nicht nur zum Thema, er gab auch Freestyles, eine Art improvisierter Rap, bei dem der Künstler frei reimt und vom sehr überzeugenden Beatboxer Pheel unterstützt wird, indem er den „beat“, den Takt vorgibt, zum Besten.
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Außerdem ist es ihm wichtig, zu zeigen, dass es nicht nur Rap gibt, in dem vor allem Frauen beleidigt werden und dessen Inhalt von Fäkalsprache geprägt ist, sondern dass es auch gesellschaftskritischen Rap gibt. Die Rapper aus Frankreich gehen da mit gutem Beispiel voran. Anlässlich eines Workshops im Libanon lernte Borke kürzlich auch die dortige Szene kennen und erzählte noch sehr beeindruckt von den Menschen und dem Leben im Lager Burj-al-barajna, durch das ihn der Rapper Yassin von ivoice geführt hat. |
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Kontakte wurden geknüpft. Bei diesem Workshop lernte Tobias Borke Kadir kennen, einen Schüler vom Technischen Gymnasium, der in der Diskussion rund um die Hip-Hop-Kultur mit seinem Fachwissen glänzte und selbst Rapper ist. Die Entwicklung einer konstruktiven Zusammenarbeit ist denkbar.
Die jugendgerechte Veranstaltung mit Tobias Borke und dem angehenden Abiturienten Philip Scheibel, der immer wieder mit seinen Einlagen glänzte, hat viel Farbe in den nicht immer bunten Alltag der Schüler gebracht. |
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 17. Oktober 2009 |
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Das zerstörte Einstein-Plakat und die Wendung
Que Du Luu las im Rahmen der Veranstaltungen im Beruflichen Schulzentrum
zum Frederick-Tag aus ihrem Erstlingswerk
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Im Rahmen des Frederick-Tags, des landesweiten Literatur- und Lesefestes, gab's im Beruflichen Schulzentrum zwei Autorenlesungen mit der Schriftstellerin Que Du Luu , die ihr Buch „Totalschaden“ vorstellte.
Eduard Schwab von der Eduard-Breuninger-Schule (Wirtschaftsgymnasium, Klasse 13) verfasste darüber diesen Bericht.
BACKNANG. Zu der Lesung eingeladen hatte Christiane Engelmann-Pink, Leiterin der Bibliothek im Beruflichen Schulzentrum. Gefördert wurde die Veranstaltung von der Robert-Bosch-Stiftung.
Que Du Luu, 1973 in Cholon/Vietnam geboren und chinesischer Abstammung, lebt seit 1976 in Deutschland.
Sie studierte Philosophie und Germanistik, ist hauptberuflich Schriftstellerin und wurde im Jahr 2007 mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis ausgezeichnet.
Dieser Preis wird an Autoren verliehen, die in deutscher Sprache schreiben, obwohl sie sprachlich oder kulturell andere Wurzeln haben.
Zum Inhalt des Buches: Patrick ist 10 Jahre alt, als sein Vater stirbt, weil seine Mutter dem Vater während einer Autofahrt ins Lenkrad greift, um Albert Einstein zu retten, den sie auf der Straße zu sehen glaubte. Die Mutter wird in eine psychiatrische Anstalt in Bielefeld/Bethel eingewiesen, Patrick wird von seiner Tante großgezogen. Er bricht jeglichen Kontakt zu seiner Mutter ab und verdrängt seine Probleme, bis die Vergangenheit ihn 14 Jahre später wieder einholt. |
Erhielt 2007 den Chamisso-Förderpreis:
Die Autorin Que Du Luu.
Foto: A. Wahl
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Patrick, jetzt Jurastudent ohne spannendes Leben und Perspektive, wird gezwungen, sich den Problemen zu stellen, vor denen er sein Leben lang geflohen ist. Das ständige Verdrängen seiner Vergangenheit kostet den jungen Mann sehr viel Kraft, sodass ihm kein Raum für Freundschaften, Liebe oder berufliche Verwirklichung bleibt. Sein Leben stagniert buchstäblich.Que Du Luu, die während ihres Studiums unter anderem als Nachtwache in der Psychiatrie gearbeitet hat, thematisiert in ihrem ersten Roman ,,Totalschaden“ auch die Problematik von psychisch kranken Menschen und den Folgen für diese und deren Angehörige.
So schildert sie, wie Patrick, die Hauptfigur, total ausrastet, als er bei einer Nachbarin das berühmte Albert-Einstein-Poster mit der herausgestreckten Zunge an der Wand hängen sieht. Die Vergangenheit holt ihn ein, er benimmt sich total daneben. Er reißt das Poster unter den entsetzten Blicken seiner Nachbarin von der Wand, spuckt auf den Teppich und wirft es aus dem Fenster. Mit packender Situationskomik schildert Que Du Luu, wie sich Patricks Leben verändert. Er lernt David kennen, den Freund der Nachbarin, die Patrick um ihr Einstein-Poster erleichtert hat. David soll ihn zunächst auf Kommando der Freundin für sein gestörtes Verhalten zurechtweisen, wird jedoch Patricks Freund.
Das eine führt zum anderen, und durch die neue Freundschaft kommt auch endlich eine Frau in Patricks Leben: Barbara ist Davids Schwester und gleichzeitig Pädagogin in der psychiatrischen Anstalt, in der auch Patricks Mutter lebt. Mit ambivalenten Gefühlen nähert Patrick sich schließlich seiner Mutter. |
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Die vorgetragenen Passagen von Que du Luu waren durchsetzt von Fragen und tiefgehenden, aber auch lustigen Antworten
seitens der Autorin zum Roman, aber auch zur allgemeinen Situation von Schriftstellern und ihrer Arbeit.
Viele Schüler konnten sich bestimmt mit ihrem Werk identifizieren, da Que Du Luu vor einem ernsten Hintergrund auf witzige Art viele verschiedene Alltagssituationen und gewöhnliche Lebensumstände zu einem genialen Entwicklungsroman verwoben hat.
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 16. Oktober 2009 |
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Kreative Mitarbeiter als Schlüssel zu Innovation
Markus Höfliger führte Berufsschülern vor, wie erlerntes Wissen und Engagement
die eigene berufliche Biografie beeinflussen
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Um Innovation drehte sich alles im Referat von Markus Höfliger, das er vor Schülern der Eduard-Breuninger-Schule hielt. Zentrale Aussage: Vor allem auf das Know-how der Mitarbeiter ist zurückzuführen, dass sich die Harro Höfliger Verpackungsmaschinen GmbH heute als Technologieführer verstehen darf.
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BACKNANG (pm). Markus Höfliger, Mitglied der Geschäftsleitung, bewies sein Gespür für die Interessen der Schüler und folgte der Einladung der Lehrerin Annemarie Munz, den Schülern der kaufmännischen Schule Rede und Antwort zu stehen. Recht schnell brachte es Höfliger in der voll besetzten Aula auf den Punkt: Nicht die Masse, sondern die Qualität der Mitarbeiter zähle im Überlebenskampf der Firmen, gibt der Schüler Christian Berger eine von Höfligers Botschaften in der Zusammenfassung der Veranstaltung wieder. Höfliger hob immer wieder die Wichtigkeit der Individualität der einzelnen Personen in einem Unternehmen hervor.
Nicht umsonst sei das Allmersbacher Unternehmen heuer mit dem Deutschen Innovationspreis ausgezeichnet worden. Mit über 85 Millionen Euro Umsatz realisierten rund 550 Mitarbeiter Projekte, die höchsten Qualitätsstandards genügen würden.
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War früher selbst Schüler des Schulzentrums: Markus Höfliger
und seine Thesen
kamen gut an bei den Jugendlichen.
Foto: privat |
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Besonders der Einsatz der Ingenieure und Techniker, die gerne auch unkonventionelle Wege besehreiten dürften, Mut zum Fehler haben müssten und individuelle Kundenwünsche berücksichtigen müssten, habe das schwäbische Unternehmen dorthin gebracht, wo es heute auch in Zeiten der Wirtschaftskrise stehe: "An die Spitze." Besonders in der pharmazeutischen Industrie sei es wichtig, nicht den Anschluss zu verlieren und stets neue Akzente zu setzen. Es gelte, das Tempo im Wettbewerb der Unternehmen zu diktieren und in den Nischen des Marktes Technologieführer zu sein.
Früher habe das Unternehmen alles gemacht, sei in zahlreichen Märkten vertreten gewesen - sogar Sortieranlagen für Weinbergschnecken, vornehmlich für die französischen Gourmets, habe das Unternehmen produziert. Ob dies nun innovativ war oder nicht, der Markt fordere ein stetes Umdenken, eine sehr hohe Flexibilität und das Erkennen neuer Geschäftsfelder.
Dies sei bereits das Unternehmensleitbild seines Vaters gewesen, der 1975 das Unternehmen in den alten Lederwerken in Backnang gründete. |
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Ein weiterer Punkt der Unternehmensphilosophie sei die Freiheit der Mitarbeiter. Ein Mitarbeiter dürfe nicht in einem Regelwerk eingesperrt werden, so Höfliger. Er müsse die Möglichkeit haben, selber zu denken. Dies könne zwar zu Fehlentscheidungen in kleinerem, wie im größeren Maße führen. Doch Fehler seien ausschließlich dazu da, sie zu erkennen und zu beheben. Sie seien eher normal in einem funktionierenden Unternehmen. Das freie Denken der Mitarbeiter habe auch zur Folge, dass diese sich stärker für das Unternehmen einsetzten, die Fluktuation gering sei. Die Mitarbeiter als wichtiges Kapital müssten geschult, weiterentwickelt und bestmöglich eingesetzt werden. Der Gewinn fließe deshalb direkt in die Weiterbildung.
Höfliger führte den Schülern eindrucksvoll vor, wie das erlernte Wissen und das individuelle Engagement die eigene berufliche Biografie und zugleich die eines Unternehmens beeinflussen können. Dass er selbst ein Schüler des Schulzentrums war, seine Schwächen und Stärken kennt, trotz seiner geschäftlichen Aktivitäten in Russland und China in der Region verwurzelt ist, kam bei den Jugendlichen sehr gut an. |
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 10. Oktober 2009 |
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Deutsch-ungarische Freundschaft trägt neue Früchte
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BACKNANG (pm).
Die Freundschaft wächst:
Nach dem Besuch der Backnanger im vergangenen Jahr in Ungarn erhielt die Eduard-Breuninger-Schule nun Besuch von 21 ungarischen Schülern mitsamt ihren Lehrern aus der Partnerstadt Bácsalmás.
Die Jugendlichen vom Hunyadi-Janos-Gymnasium erlebten über vier Tage hinweg ein vielfältiges Programm. |

Foto: E. Layher |
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Neben dem Empfang im Rathaus durch der Ersten Bürgermeister Michael Balzer konnten sie mit ihren deutschen Gastgebern, bei denen sie auch untergebracht waren, Ausflüge nach Stuttgart ins Porschemuseum und nach Esslingen unternehmen, den Unterricht in der Eduard-Breuninger- Schule besuchen und einen Sporttag mit der Schülerschaft ihrer Partnerschule verbringen.
Nachdem die Backnanger Delegation in Bácsalmás einen Nussbaum als Zeichen der wachsenden Partnerschaft pflanzen ließ, brachten die ungarischen Schüler die ersten Nüsse als Gastgeschenk mit. So wird deutlich, dass die Freundschaft der Schulen neue Früchte trägt.
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 18. Juli 2009 |
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Abenteuer am anderen Ende der Welt |
Abiturientin Marina Hülssiep war elf Monate auf Tour
Geduld und starke Nerven bei einem Überfall und allen Strapazen gezeigt |
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Als junger Mensch nach dem Abitur ein Jahr im Ausland zu verbringen, ist sicherlich eines der spannendsten Dinge, die man erleben kann. Die Backnangerin Marina Hülssiep entschloss sich nach ihrem Abitur 2008 am Wirtschaftsgymnasium Backnang, ein bisschen die Luft ferner Länder zu schnuppern, und begab sich auf abenteuerliche Reisen.
VON KRISTINA BAKETARIC
BACKNANG. Angefangen hat alles am 28. Juni 2008. Da machte sich Marina Hülssiep mit einer Freundin, die sie die ersten zwei Monate begleitete, auf den Weg nach Rio de Janeiro, Sao Paulo und Buenos Aires. "Wir hatten gar keinen Plan", erklärt die 20-Jährige. Und prompt geschah in Südamerika etwas, was man sonst nur aus irgendwelchen Hollywood-Streifen kennt: Marina und ihre Begleiterin wurden in einen Banküberfall verwickelt . Mit drei Euro in der Tasche wollte die Backnangerin etwas Geld am Automaten abheben, der aber in diesem Moment glücklicherweise ihre Kreditkarte einzog. Denn dem Bankräuber, bewaffnet mit einer Pistole, blieb zu diesem Zeitpunkt nichts anderes übrig, als die paar Taler mitzunehmen, zumal die damals 19-Jährige und ihre Freundin gerade die einzigen Kunden der Bank waren und erstaunlicherweise sonst niemand etwas mitbekommen hatte.
Es war wie in einem Film", erzählt Marina. "Man liest so etwas sonst - und dann steht echt jemand mit 'ner Pistole vor dir. Ich hatte unglaublich viel Angst." |
Am Machu Picchu in Peru: Südamerika stand am Anfang des Reiseprogramms der Backnangerin Marina
Doch die Abiturientin kam noch einmal mit dem Schrecken davon und setzte ihre Reise nach Bolivien fort. Am meisten sei ihr die Infrastruktur des Landes bewusst geworden: "Argentinien ist schon arm, aber wenn du nach Bolivien gehst, merkst du, dass die Straßen unglaublich schlecht sind, kaum asphaltiert und sehr eng." Sie habe immer wieder gemerkt, .dass sie von Einheimischen angestarrt wurde, weil sie in diesem Land eine Fremde war. "Es ist sehr anders. Die ganze Welt ist dort anders", sagt Marina.
Ganz allein durch die Welt zu reisen, erfordert viel Disziplin und starke Nerven. Das ständige Weiterziehen, Fahrten mit gewöhnungsbedürftigen Bussen und Übernachtungen in Hostels, die weit davon entfernt. sind, deutschen Standards zu entsprechen, "da brauchst du Geduld", betont Marina, "es war psychisch sehr anstrengend." Da ist es klar, dass einen das Heimweh manchmal packt: "Am Anfang hatte ich schon Heimweh. Bevor ich nach Asien und Australien gegangen bin, wollt' ich wieder was Vertrautes", gesteht Marina. Aber sie sei in ständigem Kontakt mit Freunden und Familie gewesen, und sie gibt sogar zu, dass sie Deutschland "gar nicht so vermisst" habe, weder das Leben noch das Essen.
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Zu fernen Horizonten: Am anderen Ende der Welt erlebte Martina stimmungsvolle Momente. |
Als nächstes Ziel war Ecuador angesetzt, wo sie für nur zehn Dollar das Bungee-Jumping ausprobierte. Dort arbeitete sie drei Wochen in einem Kindergarten und lebte einige Wochen bei einer Gastfamilie, die ihrer Aussage nach nett war, aber sehr oberflächlich. "Bei denen zählte nur der Reichtum, Erfolg, Kleidung und der Status", erzählt die 20Jährige. Die Vorstellung, dass es in diesem Land üblich ist, als Schutz Wachleute mit Maschinengewehren vor den Eingang der Schule zu stellen, würde so manchem von uns einen Schrecken einjagen.
Doch Marina bekennt. dass sie nicht so der Mensch sei, der Angst hat: "Ich hab davor nicht wirklich darüber nachgedacht, aber meine Tochter würde ich nie alleine nach Südamerika schicken." |
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Zwischenstopp in Neuseeland: Wraps statt Weihnachtsgans
Vor allem ihr nächster Zwischenstopp Neuseeland hat es ihr angetan: In der Zeit, die sie dort verbrachte, arbeitete sie täglich acht bis zehn Stunden in einem Weinberg und wohnte mit etwa 30 bis 40 Leuten in einem Hostel. "Es hat echt viel Spaß gemacht, ich habe fast die ganze Zeit nur gelacht. Sie sah dort nach langer Zeit auch endlich wieder ihre Eltern, die extra für zweieinhalb Wochen angereist kamen. Weihnachten im National Park - statt Weihnachtsgans Dosentomaten. "Es war gar nicht Weihnachten", erinnert sich Marina. Weiter ging es für die junge Abenteurerin nach Bali. Auch wenn sie dort bei einem Zusammenstoß mit dem Surfbrett einen Zehennagel verlor, haben ihr die Atmosphäre und die Menschen gefallen: Dort gehst du abends weg und triffst Leute aus Kuba und Amerika – hier triffst du nur Schwaben“, lacht sie.
Doch das Lachen verging ihr, als sie nach Vietnam kam. Die Folgen des Krieges seien teilweise immer noch zu sehen, besonders bei Opfer,. Exponate in Museen und das Foltergefängnis Killing Fields gehörten zu den schrecklichsten Dingen, die sie gesehen hat.
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"Du bist da rausgekommen und warst einfach nur wütend auf die Amerikaner." Auch durch Tunnel, die sich in Wäldern voller Minen befinden, ist sie als Touristin gekrochen: "Ich bin da rausgekommen und hab vor Angst nur noch gezittert und geheult", gesteht Marina. "Als Tourist bist du relativ sicher, aber du kannst nie wirklich sagen, wie gefährlich es ist." Am meisten zugesetzt haben ihr die Kinder, die an Zäunen nach Wasser bettelten. "Man muss sich das mal vorstellen - die betteln nach Wasser", sagt Marina fassungslos, "das hat einen echt traurig gemacht." Nach den ganzen Ereignissen in Vietnam und dem Kulturschock, den sie durchlebte, neigte sich die Reise nach gut elf Monaten dem Ende zu: Marina reiste noch nach Singapur und dann heim. "Es war schon schön, als ich wieder da war - du brauchst halt etwas Konstantes."
In 103 Betten hat sie in der Zeit geschlafen, ist 27000 Kilometer mit dem Bus und 59000 Kilometer im Flugzeug gereist. Und sie würde es wieder tun: "Du willst sehen, was um die Ecke ist", sagt sie mit einem Lächeln. Spätestens nach ihrem Studium der Internationalen Beziehungen in Wien will sie wieder eine Weltreise machen. "Kanada ist mein Traum", schwärmt Marina Hülssiep.
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Vortrag: Bericht mit Bildern
Nach 328 Tagen gibt es viele Eindrücke, die es zu verarbeiten gilt. Hinterlegt mit Bildern, berichtete Marina Hülssiep am Dienstag, 21. Juli, 19.30 Uhr in der Aula des Beruflichen Schulzentrums Backnang über ihre Reise. Der Eintritt war frei, Spenden für ein Hilfsprojekt in Kambodscha waren willkommen. - Neben dieser öffentlichen Veranstaltung hielt sie auch für die Schüler des beruflichen Schulzentrums am Dienstagvormittag in der Aula einen Diavortrag unter dem Titel "Ich habe die Welt gesehen! Mit 19 Jahren allein durch 14 Länder".
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 9. Juli 2009 |
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Mit Durchhaltevermögen eine solide Basis
für das Berufsleben erreicht |
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An der Eduard-Breuninger-Schule legten Auszubildende in kaufmännischen Berufen ihre Prüfungen ab.
Die angehenden Verkäufer, Büro-, Industrie- und Einzelhandelskaufleute wurden von Studiendirektor Dieter Hermann und ihren Lehrern verabschiedet.
Sehr erfreulich:
Von 72 Prüfungsteilnehmern erhielten 32 einen Preis oder eine Belobigung.
Einzelhandelskauffrau Sally Neumann bekommt den Eduard-Breuninger-Preis als beste Auszubildende. |
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„Sie haben den Spagat zwischen ihrem Berufswunsch und den Zwängen des Arbeitsmarktes geschafft!“. Studiendirektor Hermann, zuständig für die Berufschüler an der Eduard-Breuninger-Schule, zollte den Absolventen seinen Respekt, da nicht immer der Wunschberuf erlernt werden konnte, am Ende aber trotzdem eine abgeschlossene Ausbildung stehen wird. Vor der noch ausstehende Kammerprüfung müsse den Azubis nicht bange sein, da sie ihr Durchhaltevermögen und ihre Flexibilität unter Beweis gestellt hätten. Berufsschüler haben es manchmal besonders schwer: neben den Alltagsbelastungen im Beruf muss oftmals am heimischen Schreibtisch der Schulstoff nachbereitet werden.
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Diese Doppelbelastung lässt die zahlreichen Preise und Belobigungen umso wertvoller erscheinen. Anders ausgedrückt: stolze 44,4 Prozent der Prüflinge schafften Notenschnitte, die zu Preisen und Belobigungen berechtigten. Besonders hervorzuheben ist die Einzelhandelskauffrau Sally Neumann, die mit einem Traumschnitt von 1,2 den begehrten Eduard-Breuninger-Preis überreicht bekam. Der mit 250 Euro prämierte Preis, gestiftet von der Eduard-Breuninger GmbH & Co, soll den Preisträgern dabei helfen, schulische und berufliche Aufwendungen leichter bewerkstelligen zu können.
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Zusätzlich ist er auch ein Anreiz und eine Motivationshilfe für den schulischen Ausbildungsteil. Dass die Auszubildenden auch in diesen wirtschaftlich schweren Zeiten einen Beruf erlernen konnten, die sei - so Hermann - auch auf die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Schule, Ausbildungsbetrieb und der IHK zurückzuführen. Manches Ausbildungsverhältnis, die eine oder andere Klassenbildung oder der Beschulungsumfang
sei durch ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten aller erst gesichert worden. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe und ihre grundsätzlich positive Einstellung gegenüber leistungsbereiten jungen Menschen müsse erhalten bleiben.
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 8. Juli 2009 |
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Abiturienten der Eduard-Breuninger-Schule zünden
beim Abi-Ball ein Feuerwerk der Ideen |
Leiter des WG ist sprachlos und die Lehrer "weinen leise in ihre Kissen" |
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Dass der diesjährige Abiturjahrgang der Eduard-Breuninger-Schule ein ganz besonderer Jahrgang ist, darüber waren sich beim Abi-Ball des Wirtschaftsgymnasiums im Bürgerhaus nicht nur die Abiturienten selbst einig. Immerhin sind sie die ersten Abiturienten der Kaufmännischen Schule, seit diese ihren neuen Namen bekommen hat. Aber auch sonst wurde beim Abi-Ball vieles sichtbar, was diesen Jahrgang zu einem besonderen macht.
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„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ (Matthäus 7,16). Was sind die „Früchte“ eines Abitur-Jahrgangs? Wenn es der gesamte Notenschnitt ist, so können sich die Reifeprüflinge des Jahres 2009 am WG nicht mit denen anderer Jahre messen. Wenn man als „Früchte“ besonders gute Einzelleistungen ansieht, dann kann dem diesjährigen Jahrgang schon eher eine sehr gute Qualität bescheinigt werden.
Der Abteilungsleiter des WG, Oberstudiendirektor Werner Pfeifer, hatte beim Abi-Ball im Bürgerhaus alle Hände voll zu tun, bis die zahlreichen Belobigungen und Preise verteilt waren. Zusätzlich konnten Fachpreise verliehen werden: in den Fächern Mathematik und Wirtschaft wurde Andrea Baumann ausgezeichnet, in Deutsch erhielt Kevin Kyburz den Scheffelpreis. Neu war, dass nun auch ein mit 500 Euro dotierter Förderpreis verliehen werden konnte: Schulleiter Herbert Nonnenmacher überreichte den „Eduard-Breuninger-Preis“ für das beste Abiturzeugnis (Notenschnitt 1,2) an Annegret Föll. Der Preis ist mehr als nur eine Auszeichnung, da die Summe als Einstiegshilfe in das Berufsleben oder für studienbezogene Aufwendungen Verwendung finden soll.
Wenn allerdings auch schulische Leistungen, die sich nicht direkt in Noten ausdrücken lassen, als „Früchte“ gewertet werden, dann handelt es sich in diesem Jahr um einen geradezu herausragenden Jahrgang. Anerkennend wies der Schulleiter auf die vielfältigen Aktivitäten zahlreicher Schüler hin, die diese in der SMV, in der Theater-AG oder in der von Schülern dieser Stufe ins Leben gerufenen Schülerzeitung entfaltet haben. Von den bei diesem Engagement erworbenen Fähigkeiten profitierte erkennbar die Organisation des Abitur-Balls.
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Denn wenn schließlich auch der Abi-Ball selbst als Qualitätsmerkmal eines Schülerjahrgangs zu sehen ist, dann wird sich so bald kein besserer finden lassen. Ein Feuerwerk an Ideen unterhielt bei diesem glanzvollen Abschiedsfest die zahlreich erschienenen Gäste. Witzig, spritzig und gut organisiert führten Larissa Rössler, Svenja Mattheis und Linda Österle als Moderatorinnen durch den Abend.
Geboten wurden Festreden, Preisverleihungen und Ehrungen, aber auch Musik, Tanz und Spiele. Die gute Schulung in der Theater-AG machte sich vor allem in einem von den Schülern selbst gedrehten Video bemerkbar, das satirisch zugespitzt einen Tag im Leben eines WG-Schülers zeigte, der hin- und hergeworfen wird zwischen Wunschtraum und Wirklichkeit. Erinnerungen an die drei Jahre im WG wurden verarbeitet in einer musikalisch untermalten Revue, in der sich der Bericht eines Erzählers (Alexander Bausch) mit illustrierenden Tanzeinlagen abwechselte.
Gewürzt wurden diese unterhaltsamen Programmpunkte mit einer Prise Lehrerschelte, die aber so konstruktiv gestaltet war, dass sie wohl keinem Lehrer sauer aufgestoßen ist. Das Abschiedsgeschenk der Schüler an ihre Schule, ein großer Holzdackel auf Rädern, stieß bei WG-Chef Werner Pfeifer sofort auf Gegenliebe. Er zog ihn im Lauf des Abends immer wieder über die Bühne, genau so, wie er es in der Schule mit seinem echten, aber sehr betagten Hund immer tut. Herr Pfeifer wurde derartig oft auf die Bühne gebeten, um sich feiern, aber auch parodieren zu lassen und immer neue Dackelfiguren in Empfang zu nehmen, dass er schließlich sichtlich gerührt eingestand, er habe nun einen Zustand erreicht, den er sonst nur zu Hause erlebe: er sei einfach sprachlos. In sehr persönlich gestalteten Geschenken und Dankesreden verabschiedeten sich die Schüler auch von den anderen Lehrern. Die selbstbewusste Prognose der Abiturienten, dass ihre Lehrer vor lauter Abschiedsschmerz „leise in die Kissen weinen“ würden, bestätigten ihnen auch die meisten „Pauker“ unumwunden. Ein rundum gelungener Abend!
(von Frau Winkel-Hook) |
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 1. Juli 2009 |
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Abitur 2009:
Dem „Ungetüm“ Abiturprüfung erfolgreich die Stirn geboten |
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An der Eduard-Breuninger-Schule wurde der diesjährige Abiturjahrgang verabschiedet. Studiendirektor Werner Pfeifer, Fachabteilungsleiter am Wirtschaftsgymnasium, konnte ein überaus positives Ergebnis verkünden: alle 78 Prüfungsteilnehmer haben bestanden. Ein Gesamtschnitt von 2,6 sowie 23 Belobigungen
und 8 Preise unterstreichen den Erfolg der Abiturienten.
Erstmals wurde der Eduard-Breuninger-Preis für das beste Abitur vergeben. Die Abschlussfeierlichkeiten standen auch im Gedenken an den Amoklauf in Winnenden und an den Absturz der Air-France-
Maschine.
Die „Plackerei“ sei nun zu Ende und habe sich gelohnt. Studiendirektor Pfeifer verwies auf die 1072 Kalendertage, welche von Schuleintritt bis zur Verabschiedung vergangen sind.
Die „Feuertaufe“ der schriftlichen und letztlich mündlichen Prüfung haben alle Abiturienten bestanden, weshalb sie sich auch zurecht als solche bezeichnen dürften.
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Es sei in den letzen Jahren deutlich geworden, dass der Weg zum Abitur kein Selbstläufer ist. Alleine musste keiner der nun ehemaligen Schüler diesen Weg gehen; eingebunden in eine „Mannschaft“, bestehend aus Eltern, Freunden und Lehrern, sei notwendige Hilfe gegeben worden.
Auch in den einzelnen Fächern, wie in Mathematik oder im Profilfach Wirtschaft, zeigte sich der Fleiß und das große Engagement, was bei vielen Schülern zu herausragenden Leistungen führte. Umso erfreulicher ist es auch, dass bereits noch im ersten Schuljahr der
Namensgebung der gleichnamige „Eduard-Breuninger-Preis“ für das beste Abitur an der Schule vergeben werden konnte. Die Bedingung, einen Notendurchschnitt besser als 1,5 zu erreichen, erfüllte Annegret Föll aus Weissach im Tal mit einem Traumschnitt von 1,2 klar.
Als Gegenleistung für ihre Leistung könnte sie ein honoriertes Praktikum bei der Eduard-Breuninger GmbH & Co beginnen oder einen Gutschein im Wert von 500 Euro annehmen.
Das Geld müsste für studienbezogene Aufwendungen, oder solche, die mit dem Berufseinstieg verbunden sind, verwendet werden.
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Eine Frage stellt sich für alle Abiturienten: Was kommt nun auf uns zu? Fachabteilungsleiter Pfeifer zitierte hierzu den im Jahr 1901 in Rottenburg am Neckar geborenen und im Dritten Reich inhaftierten Schriftsteller Josef Eberle mit den Gedichtzeilen
„Die Welt ist schön, die Welt ist groß!/ Doch werde nicht zum Toren,/ der drob vergisst den Mutterschoß, / der ihn ans Licht geboren./ Es sagt sich von der Heimat los, / nur wer sich selbst verloren.“
Nun könnten alle Brücken abgebrochen und der nächste Lebensabschnitt ohne Bindung an das Erlebte und Gelernte begonnen werden – doch sei dies sinnvoll? In Anspielung auf die Biografie Eberles, der an vielen Orten als Buchhändler tätig war und als langjähriger Verleger der Stuttgarter Zeitung wirkte, bekräftigte Pfeifer, dass ohne stabile Wurzeln kein Baum in die Höhe, ohne Fundament kein Turm gebaut werden könne. Diese Grundlagen hätten sich die Abiturienten hier an ihrer Heimatschule nun erschaffen und sollten sich dessen auch bewusst bleiben.
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Es war ein sehr ereignisreiches und intensives letztes Schuljahr für die Schüler. Dies wurde in der Rede des diesjährigen Scheffelpreisträgers Kevin Kyburz deutlich.
„Das Ungetüm in den Träumen der Schüler“ sei bezwungen – so leitete Kyburz seine Abschlussrede ein. Manchen habe es „ein paar Knochen gebrochen“ , doch alle seien wieder auf den Füßen gelandet. Wie Fallschirmspringer seien sich viele vorgekommen, die Reißleine erst im letzten Moment – knapp vor den Prüfungen – gezogen, der Rest sei „Geschichte“. Mag es am Anfang noch wie
ein „ungleiches Duell“ zwischen Schüler und Abiturprüfung ausgesehen haben, am Ende stünde ein „Spitzenjahrgang“ da, der sich selbstbeweihräuchern dürfe.
Doch erst nun stünden sie vor der „schwersten Entscheidung des Lebens“: Was kommt nun? Das Abitur sei nicht alles, doch die Schule – man höre und staune – „Schule war so schön gewesen“. Nun sei man aus dem „goldenen Käfig“ entlassen, die „täglichen Fütterungen“ gehören der Vergangenheit an, auf einmal „versteht einen keiner mehr“. Kyburz sprach vielen Abiturienten aus der Seele, die ihre Freiheit nun auch als Last empfinden könnten. |
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Den Abiturienten kann keiner das Lernen abnehmen, ob Studium oder Ausbildung, man müsse sich zwangsweise wieder hinsetzen und lernen. Doch die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren, ganz im Sinne Pfeifers, werden hilfreich sein.
Kevin Kyburz gelang in seiner Rede die Balance zwischen humoristisch-ironischen und durchaus ernsten Aussagen. Bemerkenswert auch sein Hinweis, dass neben all dem Stress und
der Freude der Abiturjahrgang auch mit tragischen Momenten zu kämpfen hatte.
Der 11. März hat sich tief in das Gedächtnis einer Schülerschaft eingegraben, die „einen natürlichen Frieden“ verloren hat.
Keiner der Schüler hätte annehmen können, „dass ein solcher, nicht zu beschreibender Schrecken, wie er in Winnenden geschah, bei uns, hier, auf dem scheinbar sicheren Weg unseres Lebens, Einzug halten könnte“. Auch der Absturz der Air-France-Maschine hat, da eine Lehrerin der Schule hierbei zu Tode kam, die Schüler getroffen.
Mit seinen Worten, man müsse das Leben nutzen, um seine Träume zu erfüllen, kehren nun 78 Abiturienten der Eduard-Breuninger-Schule den Rücken.
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Die Abiturienten der Eduard-Breuninger-Schule:
Annika Adelhelm, Kirchberg/Murr;
Tobias Alexander Baade, Backnang (Belobigung); Kristina Baketaric, Backnang; Andrea Baumann, Weissach i.T. (Preis für den Notendurchschnitt und Preise für die besten Leistungen in Mathematik und im Profilfach Wirtschaft); Alexander Johannes Bausch, Backnang; Stephanie Bay, Großerlach; Sophia Blocher, Aspach; Corinna Blümel, Backnang (Belobigung); Manuela Börner, Auenwald (Belobigung);
Antonella Giulia D´Elia, Backnang; Katharina Erlenbusch, Backnang; Annegret Föll, Weissach i.T.(Preis, erhält den Eduard-Breuninger-Preis für das beste Abitur);
Patrick Föll, Auenwald; Navarone Fotoglidis, Backnang (Belobigung); Leonie Franke, Weissach i.T. (Belobigung); Jasmin Frühling, Aspach;
Maria Gonzalez Medina, Sulzbach/Murr; Maren Natalie Grau, Auenwald; Tiffany Grübele, Backnang;
Pamela Hanselmann, Auenwald; Mark Hensel, Weissach i.T. (Belobigung); Lena Herrmann, Althütte; Julia Rebecca Himmler, Aspach (Preis); Nicole Hotzy, Backnang (Belobigung); Paul Hüber, Backnang; Daniel Huleja, Weissach i.T. (Belobigung);
Christoph Junginger, Weissach i.T.;
Elli Jana Karpeles, Winnenden; Pascal Koch, Großerlach; Aristidis Koumpoulidis, Murrhardt; Xenofon Kouroudis, Stuttgart; Egzon Krasniqi, Murrhardt; Alisa Kregel, Backnang (Belobigung); Kevin Kyburz, Sulzbach/Murr (Belobigung, erhält den Scheffelpreis
für die beste Leistung in Deutsch);
Anna-Larina Lang, Backnang (Belobigung);
Katharina Miriam Marschall, Murrhardt; Dorothee Martins Pinheiro, Backnang (Belobigung); Svenja Loreen Matheis, Auenwald; Corinna Elena Mori, Winnenden; Raluca Alexandra Mos, Murrhardt; Tim Alexander Müller, Althütte; Gregor Muszkiet, Backnang; Luisa Odenbach, Backnang; Linda Corinne Oesterle, Backnang (Belobigung); Marc Osbelt, Murrhardt; Anke Stefanie Ostertag, Oppenweiler;
Anselm Ursmar Leonhard Peyer, Allmersbach i.T.; Adrian Pfisterer, Weissach i.T. (Belobigung); Aline Jasmin Pohl, Backnang (Belobigung);
Ramona Raithel, Allmersbach i.T.; Isabel Maria Roca-Baez, Auenwald (Preis); Larissa Christina Rössler, Weissach i.T.;
Senem Sakarya, Fichtenberg; Tanja Sanzenbacher, Althütte; Natalie Scheuber, Aspach; Melanie Schick, Sulzbach/Murr; Michaela Schlund, Weissach i.T.; Fabian Schmelcher, Oppenweiler; Franziska Schmitt, Aspach (Belobigung); Valentina Maria Schommers,
Allmersbach i.T. (Preis); Viktoria Schwarz, Oberrot; Maike Schygulla, Weissach i.T.; Steffen Seitter, Auenwald (Preis); Mirjam Elena Sieber, Backnang (Belobigung); Daria Simov, Backnang; Nathalie Strohmaier, Auenwald (Belobigung);
Dominik Thellmann, Backnang; Dominik André Thoma, Auenwald (Belobigung); Jochen Michael Trostel, Backnang (Belobigung); Lina Vogel, Allmersbach i.T.; Ansciana Carina Maria Vollmer, Großerlach; Franziska Weber, Backnang (Preis);
Lea Weinbrenner, Backnang (Preis); Heike Wenke, Weissach i.T.; Andrea Wieland, Murrhardt (Belobigung); Sarah Wieland,
Aspach; Benjamin Christoph Wolf, Backnang (Belobigung);
Darani Yogalingam, Murrhardt.
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 30. Mai 2009 |
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Leben zwischen Fremdheit und Heimatgefühl |
Backnangs erste Jugendkulturwoche sorgte mit abwechslungsreichem Programm und moderner Gestaltung für gegenseitigen Austausch, aber auch für ein Kennenlernen verschiedener Kulturen. Motto: „Cool – kreativ und bunt“ - von Kristina Baketaric
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Spiel um Außenseiter in der Gesellschaft:
Die Theater-AG des beruflichen Schulzentrums zeigte zur Eröffnung der Ausstellung „Anders? – Cool!“,
passend zum Thema der Backnanger Jugendkulturwoche,
das Stück „Yvonne, die Burgunderprinzessin“.
Foto: A. Wahl
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BACKNANG. In der Jugendkulturwoche fanden allerhand verschiedene Veranstaltungen statt, die nicht nur Jugendlichen ein besseres Verständnis für das Thema Migration vermitteln, sondern ihnen auch die Möglichkeit geben sollten, sich mit ihrer eigenen Herkunft auseinanderzusetzen. Durch das vielfältige Programm ist dies auch gut gelungen, sagte Susanna Steinbach vom Kreisjugendring Rems-Murr.
Mit der multimedialen Wanderausstellung „Anders? – Cool!“ im Beruflichen Schulzentrum, die die Sorgen, Freuden und Hoffnungen der jungen Migranten widerspiegelt, gelang es den Veranstaltern bereits zur Eröffnung der Woche, erste Einblicke in die Jugendkulturwoche zu gewähren. Dorothea Pfennigsdorf vom Jugendmigrationsdienst des Kreisdiakonieverbandes Rems-Murr war mit den Besucherzahlen sehr zufrieden. Besonders Schulklassen hätten das Angebot der Ausstellung wahrgenommen, sagte sie. Auch die Lesung des Schriftstellers Selim Özdogan zeigte, dass es wichtig ist, Verbindungen zwischen den Menschen – egal, welcher Herkunft – zu schaffen und keine Trennwände aufzubauen. Die Schülerworkshops „Wie wir mit Fremdheit umgehen“ wurden sehr gut angenommen. Die Lehrer der Schulklassen waren sich einig, dass die Workshops eine besondere und bereichernde Erfahrung für ihre Schüler waren. |
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Besonders beeindruckend fand Sabine Pester, Integrationsbeauftragte der Stadt Backnang, den Film „Stadt der Milliarden Möglichkeiten“ der jungen Filmemacherin Emine Demir. Der Film gewährt tiefen Einblick in den Alltag der vier Jugendlichen Michi, Timo, Niru und Angelo und lässt sie über die Themen Diskriminierung, Rassismus und Integration erzählen. Damit verbunden ist die Frage, was eigentlich Heimat bedeutet.
Doch es war keine Woche, in der es nur auf das Zuhören und Verstehen ankam. „Backnang tut etwas“ – eine Art Leitsatz, der auch in die Tat umgesetzt wurde. In verschiedenen Workshops lernten junge Backnanger im Rahmen des Hip-Hop-Wochenendes Musik und Tanz facettenreich kennen und bekamen die Chance, auch selbst zu zeigen, was sie können. Auch das Erzählcafé, in dem junge Migranten von ihrem Leben in und außerhalb von Deutschland und ihren persönlichen Integrationswegen berichteten, bot jedem die Möglichkeit, sich über private und berufliche Perspektiven in Deutschland auszutauschen und die eigene Meinung beizusteuern.
Als Highlight und krönender Abschluss wurde das Musical „Stop“ des Nienburger Ensembles Sputnike im Bürgerhaus angesetzt. Dabei zeigten jugendliche Einheimische und Migranten ihr Können auf der Bühne und griffen Alltagsprobleme der Teenager, aber auch Gewalt und Ausländerfeindlichkeit auf.
Kommunikation, Verständnis und Heimatgefühl – Wörter, die in dieser Woche besonders oft ausgesprochen wurden und nicht zuletzt als Wegweiser für ein friedliches Zusammenleben dienen sollen.
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 18. Mai 2009 |
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Am Anfang fehlten buchstäblich die Worte |
Thema kultureller Austausch: Erzählcafé im beruflichen Schulzentrum. Foto: K. Baketaric |
„Fühlst du dich integriert?“ – Unter diesem Motto begann ein kunterbunter Abend mit jungen Migranten im beruflichen Schulzentrum in Backnang.
Von Kristina Baketaric
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BACKNANG. Anlässlich der ersten Backnanger Jugendkulturwoche
„Cool! – Kreativ und bunt“ erzählten fünf junge Migranten im von Erlebnissen, Erfahrungen und ihrem neuen Leben in Deutschland. In Form eines Erzählcafés ging es vor allem um den kulturellen Austausch und ein besseres Verständnis für Ausländer.
In gemütlicher Atmosphäre erfuhren Moderatorin Rosa Omenaca, Mitarbeiterin des SWR International, und die Zuhörer von den unterschiedlichen Lebenswegen der Jugendlichen. Fatmire und Filloreta Bajraktari, Ekaterina und Alexander Kolker sowie Altay Yasar hatten ein gemeinsames Problem – die Sprache. „Am Anfang war ich überrascht und neugierig, aber wenn man die Sprache nicht kann, ist das schwer“, erzählte Fatmire. Ihre 17-jährige Schwester Filloreta erklärte, dass man „sich gerne unterhalten und gesagt hätte, warum man hier ist“, doch den beiden in Korb lebenden Schwestern fehlten, als sie vor sieben Jahren zum ersten Mal nach Deutschland kamen, buchstäblich die Worte. |
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Auch die ursprünglich aus Usbekistan stammenden, nun in Backnang lebenden Geschwister Ekaterina und Alexander Kolker fingen vor sieben Jahren erst einmal klein an: Mit intensiven Sprachkursen erlernten sie die ganz neue Sprache. Ekaterina sagte, anfangs sei es sehr schwer gewesen – „die erste Woche war eine Katastrophe“. Zugleich betonte die Schülerin, „alles geht, wenn man es auch will“. Alexander besuchte sogar einen Sprachkurs in Hamburg, doch als der 24-Jährige nach sechs Monaten zurückkehrte ins Schwabenländle, dachte er, er „habe sechs Monate Deutsch gelernt und verstehe nun gar nichts“. Er hatte schon mit 21 Jahren sein Studium der Optik- und Lasertechnologie in Russland absolviert. Besonders Dorothea Pfennigsdorf, Mitorganisatorin der Jugendkulturwoche Backnang und Mitarbeiterin des Jugendmigrationsdienstes, habe ihm dabei sehr geholfen, die Probleme zu überwinden.
Auch der nun 20-jährige Altay Yasar kam mit nur 14 Jahren aus Ankara zum ersten Mal nach Deutschland. „Ich dachte, jetzt kommt ein neues Leben“, erklärte er. Aber er hatte, wie alle anderen auch, Probleme mit der deutschen Sprache, „mit Handzeichen geht das ja schließlich nicht“. Er habe immer wieder Sticheleien wegen seiner Ausdrucksweise erdulden müssen, aber hob hervor, dass es weniger von seinen deutschen Mitschülern ausging, sondern sich eher andere Ausländer über ihn lustig machten. „Am Anfang hatte ich nur Türken als Freunde, aber mit Deutschen kann man sich besser verstehen“, sagte Altay.
Freunde sind ein wichtiger Bestandteil im Leben der fünf jungen Migranten, wobei die 23-jährige Fatmire besonders betonte, dass es für sie nicht von Bedeutung sei, ob ihre Freunde und Mitmenschen nun Ausländer sind oder nicht: „In erster Linie zählt für mich der Mensch. Das ist das Wichtigste.“ Altay überraschte das Publikum mit einem selbst geschriebenen türkischen Rap-Song, der in erster Linie seiner Mutter galt. Aber er rappt auch über Themen wie Liebe und Krieg. „Mit dem Rap reiche ich meine Kultur weiter“, sagte Altay. Jeder von ihnen hat eine persönliche Geschichte, ging anders mit guten und schlechten Erlebnissen seines Lebens um. Doch auf die Frage, welchen Wunsch sie an ihre Mitbürger hätten, waren sie sich ihrer Antwort alle einig: „Es gibt keine perfekten Menschen – einfach nur aufeinander zugehen“, sagte Filloreta. Und ihre Schwester gab zu verstehen, man müsse „die andere Kultur kennenlernen und auch ein Stück davon annehmen“. Ganz ehrlich: Wäre es nicht trist und langweilig, wenn es solche Menschen wie diese fünf nicht gäbe, die durch ihre unterschiedlichen Kulturen unser Land zu einem kunterbunten und multikulturellen machen?
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Presseveröffentlichung Backnanger Kreiszeitung vom 15. Mai 2009 |
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Wider die Enge im Kopf der Menschen
Von Kristina Baketaric
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BACKNANG. Trotz des düsteren Wetters brachte der Autor Selim Özdogan viele der Besucher seiner Lesung am Mittwochvormittag im Beruflichen Schulzentrum Backnang zum Lachen. Im Rahmen der ersten Backnanger Jugendkulturwoche unter dem Motto „Cool! Kreativ und bunt“ gewährte der Autor einen Einblick in seinen Beruf und seine Werke.
T-Shirt, dunkelgrüne Cordhose, Freizeitschuhe – mit diesem legeren und ungezwungenen Aussehen und in einem fast schon gelassenen Plauderton begann Selim Özdogan seine Lesung. Und das kam gut an. Unterstützt von der Robert-Bosch-Stiftung und mit besonderem Dank an Christiane Engelmann-Pink, Organisatorin und Bibliothekarin des beruflichen Schulzentrums in Backnang, stand die Lesung unter dem Titel „Eine Lesung kann vieles sein“. In der Tat war sie vielseitig und interessant.
Özdogan las unter anderem Geschichten wie „Schwule Ziegen auf Lesbos“ und „So geht das nicht“ sowie „Laternenlicht“ vor, in denen er auch von Freundschaft, Vorurteilen gegen Ausländer und dem Leben an sich erzählte. Er hat kein bestimmtes Schema, nach dem er seine Lesungen gestaltet, und er schreibt auch nicht unbedingt, „um beim Leser etwas zu bewirken“, so der deutsch-türkische Autor. „Ich mache das, weil es mir Spaß macht, zu beschreiben, wie die Welt aussieht.“ |
Legeres Aussehen, lockerer Ton:
Selim Özdogan im Berufsschulzentrum.
Foto: A. Wahl |
Der 38-jährige Kölner möchte durch seine Texte und Romane keine bestimmte „Message“ vermitteln. Doch auf die Frage, ob er mit seiner Geschichte „Opfer“, in der es hauptsächlich um Vorurteile gegen türkische Ausländer und das Verhalten ihnen gegenüber geht, Verständnis wecken wolle, antwortete er, dass es offensichtlich eine solche Problematik gäbe, diese aber etwas mit „einer Enge im Kopf zu tun“ habe. „Denn wenn sich die Leute emotional aus der Sache heraushalten würden, wäre sehr viel von der Problematik erledigt“, so Özdogan.
„Ich fühle mich in der deutschen Sprache zu Hause“ – und das merkt man auch. Gekonnt schrieb er seine Geschichten auf moderne und zugleich unterhaltsame Art und verstand es auch, diese dementsprechend seinem Publikum vorzulesen. Verbindungen zu schaffen – das ist das Wichtigste für ihn. „Wenn ich das Gefühl habe, dass da eine Verbindung ist, dann ist schon alles erreicht.“
Özdogan, der sein Studium der Völkerkunde, Anglistik und Philosophie abbrach, um sich ganz dem Schreiben zu widmen, sagte, dass er schon immer davon geträumt habe, zu schreiben.
Es gäbe Autoren, so erklärte er, „die glauben, sie wüssten es besser und haben eine Botschaft – die anderen nicht“. Doch seine Botschaft, wenn man sie denn als solche sehen möchte, wäre nur: „Nimm's nicht ganz so ernst!“ |
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Der Schriftsteller selbst sieht sich in zehn Jahren an keinem bestimmten Ort, er sagte, dass es neben dem Ziel, als Autor sein Geld zu verdienen, „nie ein Ziel darüber hinaus“ gegeben habe. Doch später will er auch einmal etwas anderes machen, seinen Beruf wieder zum Hobby machen. „Ich mag meine Arbeit. Das ist der Grund, warum ich sie mache. Doch ich möchte auch schreiben, weil ich sage: Ich mach das einfach so.“
Die Frage, ob er in seine Geschichten und Romane seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse miteinfließen lässt, beantwortete Özdogan, indem er sagte, dass einige durchaus auch „auf Erfahrungen basieren, aber kein Mensch weiß, woher die Idee kommt“. Da bleibt nur zu hoffen, dass er weiterhin so einfallsreich Ideen hat, mit denen er auch in Zukunft Verbindungen zwischen seinen Geschichten und den Lesern schaffen kann.
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